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SchwachPerfekt 
Das Wunder von Maden
im Schwalm – Eder – Kreis
oder das Abenteuer Drillinge aufzuziehen
 
 
Am Montag, den 17.08.2009 gegen 16.00 Uhr, kam ein Radfahrer bei uns auf den Hof gefahren und berichtete meinem Vater, dass ein neugeborenes Kalb auf der Wiese bei unserer Herde liegt. Andrea und ich beschlossen gleich, uns mit ein paar Ohrmarken zu bewaffnen um dem Tier Ohrmarken einzuziehen.
 
Auf der Wiese angekommen, staunten wir nicht schlecht. Es lag nicht nur ein Kalb auf der Wiese, nein, es waren zwei. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht ob wir uns freuen sollten, denn die zwei waren nur halbe Portionen und so groß wie Terrierhunde. Andrea und ich gingen von einer Frühgeburt aus, wie uns auch später unser Tierarzt bestätigte. Zu diesem Zeitpunkt kam auch mein Vater auf die Wiese. Nachdem er die zwei Kleinen gesehen hatte, waren seine Worte: „Das gibt sowieso nichts mit denen“ Andrea und ich beschlossen die Mutter mit den zwei kleinen nach Hause zu fahren. Die Mutter sperrten wir in eine leere Pferdebox. Die Frühchen legten wir auf eine Waage. Pauline wog 8.0 kg und Paul wog 9.0 kg. Nach dem Wiegen holte ich eine verzinkte Waschwanne, legte diese mit Stroh aus und legte die beiden Frühchen in diese Wanne zusammen mit Ihrer Mutter mit in den Stall.
 
Andrea und ich machten uns nun auf die Suche nach Biestmilch. Im Nachbarort auf einem Milchviehbetrieb konnte ich glücklicherweise eine größere Menge incl. Babyfläschchen bekommen. Ich richtete mich auf eine lange Nacht ein. Andrea hatte inzwischen eine Rotlichtlampe über die Wanne gehängt. In dieser Nacht sollte sich entscheiden, ob die Kleinen durchkommen. Alle 3 Stunden gab ich den Zweien die Flasche. Sie wurde dankbar angenommen.Auch Mutter Püppi dankte es, indem sie mich die Kleinen füttern ließ und sie dabei leckte. Ich hatte mir einen Stuhl in den Stall gestellt und legte mir die Kleinen zum Füttern auf den Schoß. So überstanden die zwei die erste Nacht. Das schöne und warme Wetter veranlasste meinen Vater und mich am nächsten Tag einen Krahl auf unseren Hof aufzubauen. Die Kuhmutter genoss mit Ihren Frühchen das Sonnenbad und weiter gab es alle 3 Std. die Flasche.
 
Gegen Mittag stellte ich fest, dass sich die Mutter sehr unruhig verhielt. Sie legte sich hin, hatte kurzzeitig Presswehen und stand dann sofort wieder auf. Zur Sicherheit informierte ich unseren Hoftierarzt. Er sollte feststellen, ob die Nachgeburt schon abgegangen war. Unser Tierarzt vertröstete mich auf 16.00 Uhr des selben Tages. Die Situation mit den Presswehen beobachtete ich noch ein bis zwei mal bei der Kuh. Am späten Nachmittag kam mein Vater hinzu und beobachtete, dass sich die Kuh schon wieder hinlegte und abermals die Presswehen einsetzten. Plötzlich rief mein Vater mir zu: „Da kommt ja noch eins“. Ich eilte zum Krahl und plötzlich lag das Kalb Paulus im Stroh. Ich hob Paulus an den Hinterbeinen in die Luft und packte ihn mit den Fingern ins Maul um den Schleim herauszumachen. Das Fruchtwasser floß ab und endlich atmete er. Danach überließ ich Püppi ihren mütterlichen Pflichten. Die Kuh stand auf und leckte das dritte Kälbchen fürsorglich. 10 Min. nach der dritten Geburt traf der Tierarzt auch bei uns ein. Er staunte nicht schlecht, als mein Vater und ich ihm erzählten, was wir soeben beobachtet hatten. Er sagte uns, dass er noch nie erlebt hätte, dass bei einer Drillingsgeburt alle drei Kälber überlebt hätten bzw. das ein Drittes 24 Std. später zur Welt kam. Paulus wog zu diesem Zeitpunkt 11 kg. Die Frage, die sich zu diesem Zeitpunkt alle stellten: Wie geht Püppi mit dieser Situation um? Werden von ihr alle drei Kälbchen gleichberechtigt behandelt? Das Fell unser Drillinge war so kurz wie bei Hundebabys. Die Klauen waren so weich wie Schaumstoff. Alle drei zusammen ergaben von Gewicht und vom Volumen ein normal geborenes Kalb. Werden die drei es überhaupt schaffen?
Am Tag nach dieser Geburt konnte man schon sehr gut erkennen, das Püppi alle drei als ihre Kälbchen anerkannt hatte. Ihr Sozialverhalten war vorbildlich. Andrea und ich konnten in ihrer Gegenwart ohne Einschränkung schalten und walten. Selbst der häufige Besuch unseres sehr an diesen Phänomen interessierten Tierarztes ließ Püppi ohne weiteres zu. Dr. Ritter brachte uns auch auf die Idee, die Regionale Presse einzuschalten. Gesagt, getan, selbst ein Pressevideo ist bei www.YouTube.de zu sehen. Als Suchkriterium einfach nach „Drillinge“ und „Wotanstein“ suchen. Dies zog natürlich einen ungeahnten Besucheransturm mit sich. Zeitweise reichten die Stühle vor dem Krahl nicht aus, um allen Besuchern einen Platz bieten zu können. Die Besucher brachten für die Mutterkuh säckeweise trockene Brötchen mit. Püppi freute sich darüber und ließ den ganzen Rummel über sich und ihrer kleinen Familie ziemlich gelassen ergehen..
Die nächsten Tage waren wohl die entscheidensten Tage im Leben der Drillinge. Aber die drei bewiesen einen ungeheuren Lebenswillen und eine erstaunliche Vitalität.
Am vierten Tag versuchte ich die Kuhmutter das erste mal zu melken, da die Drillinge noch viel zu klein und schwach waren um selbstständig zu stehen bzw. zu laufen. Nur wie? Noch nie musste ein Mensch mit der Hand an die Striche des Euters bei dieser Kuh. Der Respekt, von der Kuh getreten zu werden, war größer als der Mut mit der Hand an das Euter zu fassen.
Nach zwei bis drei Flaschen Mut, versuchte ich mein Glück. Mein Respekt war unbegründet. Die Mutter akzeptierte das Vorhaben ohne nur einmal das Hinterbein anzuheben. Andrea lenkte die Kuh zusätzlich mit ein paar Striegeleinheiten ab. Nach kurzer Zeit hatte ich die Kuh um 1,5 Liter erleichtert. Das genügte zu diesem Zeitpunkt auch für die drei Frühchen pro Mahlzeit.
 
Die Gewichtszunahme war bei den dreien sehr unterschiedlich. Nach einer Woche hatte Paul 2 kg, Pauline 3 kg und Paulus 2,5 kg zugelegt.
 
Vier Tage nach der Geburt starteten Paul und Pauline ihre ersten Gehversuche. Am nächsten Tag zog Paulus nach. Die drei irrten auf sehr wackeligen Beinen im Krahl umher. Uns kam es so vor, daß durch die Frühgeburt das Sehvermögen noch nicht vollständig ausgeprägt war. So schwand die Hoffnung ganz schnell, daß sich die drei am Euter der Mutter selbst versorgen konnten. Die Kuhmutter Püppi wurde von Andrea und mir jeden Abend gemolken. So verging die erste Woche (meine letzte Urlaubswoche) wie im Flug. Nichts war momentan wichtiger als unsere Drillinge. Der gewohnte Tagesablauf stand Kopf. Nichts war, wie es war.
 
Andrea fing jetzt damit an bei den Dreien regelmäßig Fieber zu messen. Das war auch gut so. Die Temperatur war bei allen erhöht. Unser Tierarzt Dr. Ritter verabreichte den Dreien immunstimmulierende Mittel. Das Fieber schwankte sehr stark bei den dreien. Ging die Temperatur gegen 40°C, so lagen die Kleinen wie gerädert im Stroh und rührten sich kaum. In dieser Zeit war es sehr problematisch den Dreien Flüssigkeit einzuflößen. Während der Fieberphasen verloren die Kleinen deutlich an Gewicht. Das ging uns ziemlich an die Nieren. Unsere Nerven wurden in dieser Zeit sehr strapaziert. Unser Tierarzt riet uns, auf den Stuhlgang und das Immunsystem bei den Kleinen zu achten. Wir versuchten alles, die Kleinen vor übermäßiger Sonneneinstrahlung aber auch vor Zug und Kälte zu schützen.
Wir platzierten neben den Krahl unseren Pferdehänger. Abends nach Sonnenuntergang, nahmen wir Paul, Pauline und Paulus und legten sie in frisches Stroh in den Pferdeanhänger und verabreichten ihnen ihr letztes Fläschchen vor dem Schlafen. Zusätzlich wurden die drei noch mit Fleece-Decken zugedeckt und Rotlicht sorgte für eine wohltuende Wärme. Der Kuhmutter Püppi war das zwar nicht so recht, dass die Kleinen über Nacht von ihr getrennt wurden, doch ihre Aufregung hielt sich in Grenzen. Morgens vor der Fahrt zur Arbeit haben wir die drei dann wieder zur Mutter in den Krahl gelegt. Dort bekamen die drei dann auch ihre erste Flasche für den neuen Tag. Während wir an der Arbeit waren, unterstützte uns eine gute Bekannte und meine Mutter sehr tatkräftig. Ihnen machte es auch Spaß zu sehen, wie sich die Kleinen von Tag zu Tag entwickelten.
 
Nach 10 Tagen begannen wir damit die Muttermilch abwechselnd mit Milchaustauscher den Dreien zu verabreichen. Jetzt hatten sie bereits im Unterkiefer ihre „Zahnsichel“bekommen: Eine durchgehende sichelförmige und sehr scharfe Zahnkante ohne einzelne Zähne. Die Frühchen wogen zu diesem Zeitpunkt zwischen 11 und 15 kg. Das Fieber schwankte noch immer bei den kleinen sehr stark. Paul, Pauline und Paulus benötigten zu diesem Zeitpunkt noch viel Schlaf. Nach jedem Fläschchen zogen sich die Kleinen ins Stroh zurück und hielten Ihr Schläfchen. Im Schlaf träumten sie dann: Auf der Seite liegend galoppierten und muhten sie. Auch das Kauen im Schlaf stellte sich als ein neues Problem dar. Es wurden mit der Zunge im Schlaf unbewusst einzelne Stroh- oder Heuhalme ins Maul gezogen. Durch das ständige Kauen gelangte Heu und Stroh in den Rachen, aber es wurde nicht verschluckt. So sammelte sich während des Schlafes eine beachtliche Menge im Rachenbereich, sodass die Drillinge spontan wach wurden und anfingen zu röcheln. Andrea oder ich griffen dann den Kleinen mit Daumen und Zeigefinger in den Hals und zogen sehr oft unzerkaute eingespeichelte Halme aus dem Rachenbereich. Daher legten wir noch zusätzliche Fleece-Decken aus, auf denen sie dann schliefen.
Unser Tierarzt sagte uns, dass die Motorik des Gehirns durch die Frühgeburt noch nicht im vollen Umfang ausgeprägt war und dass es dadurch zu dem unkontrollierten Kauen im Schlaf kam. Bei Frühgeburten würde dieses Verhalten öfters vorkommen.Daraufhin bekamen sie ein Vitamin B-Präparat. Da Pauline ungern den Milchaustauscher trank und im Vergleich zu ihren Brüdern schlecht zunahm, bekam sie zusätzlich ein Appetit anregendes Mittel.
 
Nach viereinhalb Wochen hatten die drei die 20 kg Grenze geknackt. In diesem Zeitraum hatte Andrea alle wichtigen Informationen, wie z.B. Temperaturen, Gewicht, Nahrungsaufnahme, tierärztliche Leistungen und besondere Beobachtungen akribisch genau notiert. Die Entwicklung der drei ging jetzt in größeren Schritten voran. Wir ließen nachts die Drillinge bei Ihrer Mutter im Krahl. Das Saugen am Euter klappte nun auch völlig selbstständig, sodass wir nur noch tagsüber mit Milchaustauscher unterstützen mussten. Jetzt kamen auch die ersten einzelnen Zähnchen unter der „Zahnsichel“ durch. Nun klappte es auch besser mit dem Heu knabbern. Etwas Probleme gab es noch bei den ersten Versuchen des Wiederkauens: erst dachten wir, sie würden erbrechen; aber dann stellte sich heraus, dass das Aufwürgen der Nahrung zu heftig passierte und dass dabei immer ein Teil aus dem Maul schwappte. Aber nach ein paar Tagen hatten die Drei dies dann auch im Griff und sie lagen schon wie alte Kühe mit halbgeschlossenen Augen und vorgestreckten Hals zufrieden im Stroh.
 
Demnächst werden Paul, Pauline und Paulus 3 Monate alt und wiegen über 30 kg. Das Wiegen haben wir eingestellt: man sieht jetzt einfach wie sie wachsen. Inzwischen laufen die drei mit ihrer Mutter bei uns am Hof auf der Weide. Milchaustauscher geben wir schon seit 3 Wochen nicht mehr. Stattdessen zupfen die drei schon am Gras und stehen ab und zu vor dem Tränkestein oder holen sich ihre noch benötigte Milch bei ihrer Mutter am Euter ab.
 
Rückschauend betrachtet haben wir es richtig gemacht. Auch das schöne Wetter war maßgeblich an dem Gelingen beteiligt.
Hätten wir jedoch vorher gewusst, wie viele schlaflose Nächte, Ängste und auch Kosten diese Aufzucht verursacht, dann wären wir vielleicht nicht mit so einem Elan an die Sache rangegangen. Vielleicht wäre dann alles anders verlaufen.
Doch jetzt können wir uns an drei wunderschönen Kälbern erfreuen, die auf einen zugelaufen kommen, wenn man auf die Wiese kommt. Dann blicken sie uns mit ihren großen runden Augen an und strecken genüsslich den Hals, wenn man sie streichelt. Dieser wunderschöne Moment am Tag entschädigt für alle Anstrengungen und Verzichte, die man in den letzten Wochen erfahren hat.
Die letzte größere Herausforderung wird dann noch die Integration der kleinen Familie in die Herde sein. Dies haben wir uns für Mitte Dezember vorgenommen.

News vom Wotanstein

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